rügen

rügen

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rü|gen ['ry:gn̩] <tr.; hat:
a) jmdm. eine Rüge erteilen:
jmdn. wegen etwas rügen; er wurde streng gerügt.
Syn.: anbrüllen, anfahren, anherrschen, anpfeifen (ugs.), anscheißen (salopp), anschnauzen (ugs.), anschreien, ausschelten (geh., landsch.), ausschimpfen, beschimpfen, fertigmachen (ugs.), heruntermachen (ugs.), in den Senkel stellen (ugs.), ins Gebet nehmen (ugs.), rüffeln (ugs.), schelten (geh., landsch.), tadeln, zur Minna machen (ugs.), zur Ordnung rufen, zur Sau machen (derb), zur Schnecke machen (ugs.), zusammenstauchen (ugs.).
b) (jmds. Verhalten oder Tun) beanstanden; (etwas) kritisieren, verurteilen:
sein Leichtsinn ist zu rügen; die neue Ministerin rügte die Unentschlossenheit der Regierung.
Syn.: bemängeln, klagen über, meckern über (ugs. abwertend), missbilligen, monieren, motzen über (ugs.), nörgeln an (abwertend), reklamieren, sich beklagen über, sich beschweren über, tadeln.

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rü|gen 〈V. tr.; hat
1. jmdn. \rügen jmdm. eine Rüge erteilen, jmdn. tadeln, zurechtweisen
2. etwas \rügen bemängeln
● ich muss deine Nachlässigkeit \rügen [<ahd. ruogen „anklagen, beschuldigen, tadeln, gerichtl. anzeigen, öffentl. bekanntmachen, mitteilen, melden“, got wrohjan „anklagen, beschuldigen“; → Rüge]

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rü|gen <sw. V.; hat [mhd. rüegen, ruogen, ahd. ruogen = anklagen; (öffentlich) mitteilen]:
1.
a) mit einer Rüge zurechtweisen:
ich muss dich wirklich r.;
sie wurde wegen wiederholter Unpünktlichkeit streng gerügt;
b) jmds. Verhalten od. Tun, das für nicht in Ordnung gehalten u. missbilligt wird, mit gewissem Nachdruck kritisieren:
man rügte die Unentschlossenheit der Regierung.
2. tadelnd feststellen, beanstanden:
Mängel r.

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Rügen,
 
1) Ostseeinsel in Mecklenburg-Vorpommern, bildet überwiegend den Landkreis Rügen, mit 926 km2 größte Insel Deutschlands, 78 000 Einwohner; vom Festland getrennt durch den Greifswalder Bodden (im Süden) und durch den 2,5 km breiten Strelasund (im Südwesten), der vom 2,45 km langen Rügendamm (seit 1936), über den Bahn und Straße von Stralsund aus nach Rügen führen, gequert wird. Die Insel besteht aus einzelnen mesozoischen Kreide- und diluvialen, von Endmoränen gebildeten Inselkernen mit Steilküsten, die durch Nehrungen verbunden sind und Halbinseln bilden: Die Halbinseln Wittow (im Nordwesten; mit Kap Arkona, in dessen Nähe der nördlichste Punkt Ostdeutschlands) und Jasmund (im Nordosten) sind durch die Nehrung Schaabe verbunden, Jasmund mit Granitz (im Osten) durch die Nehrung Schmale Heide und Granitz mit Mönchgut (im Südosten) durch die Baaber Heide. Hiddensee vor der Westküste wurde 1308 durch eine Sturmflut von Rügen getrennt. In der Udarser Wiek liegt Ummanz. Zwischen den Inselkernen von Rügen greift die Boddenküste oft weit ins Land ein (v. a. im Norden, innerer Teil: Großer Jasmunder Bodden) und gliedert den Küstenverlauf stark. Höchste Erhebung ist der Piekberg (161 m über dem Meeresspiegel) auf Jasmund. Die Kreideküste von Stubbenkammer an der Nordostküste von Jasmund (Nationalpark) erreicht im Königsstuhl 118 m über dem Meeresspiegel, die Granitz mit Mönchgut und das anschließende Küstengebiet bis Putbus sowie der Rügische Bodden mit der Insel Vilm bilden das Biosphärenreservat Südost-Rügen (235 km2). Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft reicht bis an die Westküste Rügens. Ein Sechstel der Insel ist bewaldet (Buchen auf den Inselkernen, Kiefern auf den Sandflächen, besonders der Nehrungen). Größte wirtschaftliche Bedeutung hat der Fremdenverkehr durch die zahlreichen Ostseebäder, besonders an der Ost- und Nordküste (Binz mit Prora, Thiessow, Sellin, Baabe, Göhren; Lohme, Glowe). Auf den fruchtbaren Grundmoränenflächen Anbau von Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben und Futterpflanzen; außerdem Grünlandwirtschaft mit Rinderzucht, auf trockenen Flächen Schafzucht. Auch Fischfang und -verarbeitung (Sassnitz, Putbus) sowie Kreidegewinnung (bei Sassnitz) spielen eine Rolle. In Dranske befindet sich eine mit Windkraft betriebene Meerwasser-Entsalzungsanlage. Von Sassnitz verkehren Eisenbahnfähren nach Trelleborg (Schweden) und (im Sommer) nach Rønne (auf Bornholm) sowie vom 1986 in Betrieb genommenen Fährhafen Mukran nach Klaipėda (Litauen). Zur Entlastung des Rügendamms Boddenfährbetrieb zwischen Glewitz (zu Zudar) auf Rügen und Stahlbrode (zu Reinberg) im Landkreis Nordvorpommern auf dem Festland.
 
Rügen, das reiche Spuren vor- und frühgeschichtlicher Besiedlung trägt, war vermutlich seit 500 v. Chr. von germanischen Rugiern besiedelt. Ihnen folgten im 6. Jahrhundert n. Chr. slawische Ranen; Ausgrabungen (Arkona) belegen auch frühere Besiedlung durch Wikinger. Die »Rügenslawen« wurden 1168 von König Waldemar von Dänemark unterworfen und christianisiert (fortan planmäßige Besiedlung). Die auf Rügen 1162-1325 herrschenden (slawischen) Fürsten waren Lehnsträger der dänischen Krone; die aus einer Nebenlinie entstammenden Herren zu Putbus (seit 1727 Reichsgrafen, 1807 schwedische Fürsten, 1817 von Preußen bestätigt; seit 1858 in weiblicher Linie) erlangten großen Einfluss auf die Entwicklung Rügens. - 1325 fiel Rügen an Pommern und kam mit diesem im Westfälischen Frieden 1648 an Schweden, 1815 zu Preußen, 1945 als Teil Vorpommerns an das Land Mecklenburg. 1952-90 gehörte Rügen zum Bezirk Rostock.
 
 
Ralswiek u. R. Landschaftsentwicklung u. Siedlungs-Gesch. einer Ostseeinsel, hg. v. J. Herrmann, auf mehrere Bde. ber. (1986 ff.);
 R. Reinicke: Nationalpark Jasmund. Insel R. (1993).
 
 2) Landkreis in Mecklenburg-Vorpommern, 974 km2, 76 200 Einwohner; Kreisstadt ist Bergen auf Rügen; umfasst die Inseln Rügen, Ummanz und Hiddensee.
 

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Rü|gen, -s: deutsche Ostseeinsel.

Universal-Lexikon. 2012.

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